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Von gross zu mittel…

16. Dezember 2013

Vorgestern ist er hier eingetrudelt, der Brief mit der Kindergartenanmeldung für unsere Mittlere…

Ich kann mich noch gut an das Gefühl vor zwei Jahren (2 Jahre, wirklich?!) erinnern, als derselbe Brief für unseren Grossen in der Post lag. Ganz unscheinbar grau lag er da und schlug doch irgendwie ein wie eine Bombe. Das Herz sank mir damals in die Hosen, meine Augen wurden feucht und mein Gebaren theatralisch-dramatisch („Mein Baby wir gross!“ *kreisch* „Die Zeit rennt mir davon!“ *Händering* „Die Kindheit ist nun endgültig vorbei!“ *zuBodensink* etc). – Hier findet ihr eine schon ein wenig gesetztere Variante einige Monate später.  Mein Spiegelbild wandelte sich zu eine dieser Mütter, wie ich sie als junge Lehrerin immer belächelt hatte – gluckig-hyperventilierend. Dass mich das Thema stark beschäftigte konnte man auch auf meinem Blog mitverfolgen, zum Beispiel hier und hier.

Tja, und nun liegt wieder so ein Briefumschlag vor uns. Der Liebste öffnet ihn und zieht den Anmeldebogen heraus. Ich warte auf die Talfahrt meines Herzens, doch sie bleibt aus. Ich höre in mich hinein – ist da keine Trauer, kein Abschiedsschmerz, keine Dramatik? Nun, ein wenig Wehmut lässt sich finden, darüber dass die Zeit so schnell vergeht. Aber das ist dann auch schon alles. Der Dramatikschalter scheint von der Stufe „gross“ zu „mittel“ umgelegt worden zu sein. Dass jedes erste Mal ganz besonders wahrgenommen wird, ist im Prinzip ja nichts Neues. Und trotzdem, diese Auswirkungen auch bei meiner Wahrnehmung der eigenen Kinder und ihren Situationen zu spüren, ist doch ein wenig seltsam und ich muss zugeben, auch ein kleines bisschen erschreckend. Pubertäre Vorwürfe meiner allesamt jüngeren Schwestern hallen plötzlich in meinem Kopf nach und erscheinen mir wieder ein Stück weit nachvollziehbarer… Und doch ist das der Lauf des Lebens. Neuland ist immer mit Aufregung, Ängsten und grossen Spannungen verbunden, Bekanntes und Bewährtes mit einem wohligen Gefühl und Gelassenheit. Was auf keinen Fall mit Gleichgültigkeit gleichzusetzen ist.

Tja und letzte Male?! Das ist sicher wieder eine ganz andere Geschichte. Dass der Dramatikschalter nämlich je von „mittel“ zu „am kleinsten“ kippt, wage ich zu bezweifeln… 😉

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