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Hoch hinaus

8. August 2013

Ein Berg erhob sich wieder einmal (klick) vor meiner Nase, so hoch wie noch nie, wie es mir schien, und ich wurde ganz klein und bleich. Wie sollte ich den nur jemals  erklimmen? Ängstlich, ja ganz verzweifelt blieb ich  davor stehen. Die Gedanken schwirrten hoffnungslos um den scheinbar unmöglichen Aufstieg. Ich durchstöberte meinen Kopf  nach einer Alternative, doch musste es schliesslich einsehen: Es führte kein Weg drum herum!

Da begann ich mich selbst zu bemitleiden und versank allmählich im Selbstmitleidssumpf. Die Zeit raste dahin, der Berg wuchs, ich schrumpfte und sank noch mehr,  verwandelte mich obendrein allmählich in einen Wuttroll (eine wenig bekannte Untergattung der Giftzwerge). Ich verpestete die unmittelbare  Umwelt mit meinen bitteren Ausbrüchen – von Ferne wirkte ich jedoch freundlich und süss wie immer (ein wohl ähnliches  Syndrom wie das des Scheinriesen Turtur im berühmten „Jim knopf und Lukas der Lokomotivführer“). Natürlich bemerkte ich meine bitteren Ausdünstungen und Nebenwirkungen, hasste mich dafür und bemitleidete mich gleichzeitig noch mehr. Was lief nur falsch mit mir? Wieso war ich bloss ein solch undisziplinierter Wandervogel? Wer half mir heraus aus dem Sumpf und dann sprung- von mir aus auch schrittweise über den Berg? Eine Möglichkeit den Gipfel zu erklimmen, musste es schliesslich geben…

Eines sonnigen Morgens verschlug es mich Kümmerling in die Kirschkernzeit, einer seligmachenden Zeitdimension, und da las ich über das Goldfieber… Der Text trieb mir… ähm… Staubkörner in die Augen und da wurde mir klar, auch ich musste mich auf die Suche nach Goldstücken machen. Die mussten da irgendwo sein, ganz egal wie unwirtlich die Gegend auch schien, oder!?! Ich packte meine Siebensachen und die Dreikleinen und nahm zuerst einmal einen scheinbaren Umweg dem Bergfuss entlang. Und siehe da, ich entdeckte jede Menge Goldstücke, wo ich vorher aus der Ferne nur graue Ödnis vermutet hatte. Mutiger geworden, überprüfte ich meinen Rucksackinhalt auf unnötigen Ballast. Brauchte ich die Taucherausrüstung wirklich auf dieser Gipfelerstürmungerschleichungerklimmung? Musste der Liegestuhl unbedingt mit hoch?

Um einige Erwartungen, Zielsetzungen und WahnWunschvorstellungen leichter, begann ich den Aufstieg. Einen kleinen Schritt vor den anderen setzte ich, höher und immer höher stieg ich. Immer wieder machte ich Halt, um zu verschnaufen, nach Goldstücken Ausschau zu halten, diese zu sammeln und die Aussicht zu geniessen. Ich liess es nicht bleiben, mir ab und an anerkennend auf die Schuler zu klopfen und den schon zurückgelegten Weg zu bestaunen. Wie mühelos es plötzlich vorwärtsging. Wie leicht es sich atmen liess…

———————

Ich bin immer noch auf dem Weg nach oben, die Hälfte des Weges ist wohl geschafft. Ich fühle mich beschwingt und frohgemut und stecke voller Tatendrang. Auch meine Weggefährten lassen sich plötzlich wieder gerne in meiner Nähe blicken – das kann nur gut gehen, oder?! 😉

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4 Kommentare leave one →
  1. Sybille permalink
    8. August 2013 09:32

    Natürlich geht das gut… das verdienst du dir auch! Alles Gute auf dieser Abenteuerreise! 🙂

    • 9. August 2013 23:18

      Danke 🙂 Morgen ist wieder ein Aufstiegstag 🙂
      Ganz liebi grüäss, anja

  2. 8. August 2013 13:18

    Klar geht das gut! Ich wünsche Dir weiterhin viel Kraft und Vertrauen auf Deinem Weg, Mut beim Ballast abwerfen und immer ein Ziel vor Augen, das aber keine Erwartungen und Zwänge beinhalten soll.
    Alles Liebe und ein fester Drücker, Martina 🙂

    • 9. August 2013 23:22

      Naja, dieses Bergziel beinhaltet doch ziemlich viele Erwartungen und auch einige Einschränkungen, aber das wird schon 😉
      Ganz liebi grüäss und Drücker zurück, anja

Ich freue mich sehr über jeden Kommentar... :-)

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