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Von Ökotanten und Weltverbesserern…

29. Mai 2013

…gibt es hier in der Bloggerwelt immer öfter und ausführlicher zu lesen. (Tolle Beiträge zum Beispiel da und hier und dort…)

Kritisch wird unsere Konsum- und Wegwerfgesellschaft durchleuchtet, die Stirn über die Geldgier so mancher Unternehmen  gerunzelt, nachgefragt, nachgehakt, durch Unterschriften und Aktionen Zeichen gesetzt und was mich vor allem begeistert,  voller Tatendrang wird der Besen hervorgenommen und zuerst einmal vor der eigenen Türe gekehrt…

Schon länger liegt auch hier ein Post zum Thema in meiner Warteschleife und nun, inspiriert durch die vielen Beiträge, möchte auch ich noch meinen Senf dazugeben 🙂

Ich bin schon ziemlich „grün“ aufgewachsen, das Bedürfnis möglichst ökologisch und fair zu leben, wurde mir vor allem durch meine Mutter schon in die Wiege gelegt. Als ich selber Mutter wurde, verstärkte sich dieses Bedürfnis noch – schliesslich wünsche ich auch meinen Kindern und Kindeskindern ein glückliches und naturnahes Leben auf dieser Erde… Mit dem Motto „Nach mir die Sintflut!“ konnte ich eh noch nie wirklich etwas anfangen. 😉

Vor längerer Zeit liess ich dann im Internet auf der WWF-Seite einmal meinen ökologischen Fussabdruck messen und war ziemlich schockiert. Ich lag zwar mit 2,3 Planeten unter dem Schweizer Durchschnitt von 2,8 (!!!) – aber hey, würden alle Menschen nach meinem Lebensstil leben, bräuchte es immer noch 1,3 Planeten Erde mehr als vorhanden… Und ich wollte mich zu den Ökotanten und Weltverbesserern zählen?!?

Ich begann Nachforschungen zu betreiben, las verschiedene Berichte und änderte mein Verhalten Stück für Stück. Manche Grundsätze befolge ich schon mein Leben lang, andere schob ich aus Egoismus und/oder Faulheit vor mir her und so manches Fehlverhalten und dessen Konsequenzen waren mir lange Zeit gar nicht bewusst. Mein momentaner ökologischer Fussabdruck liegt zwischen 1,3 und 1,5 je nachdem, ob ich nur auf mich schaue oder meine Familie mit einbeziehe. Ich bin also schon ein gutes Stück weitergekommen, zu optimieren bleibt aber noch einiges. Und sicher stehen mir immer noch meine eigene Unwissenheit, Naivität und simpler Eigennutz im Weg, weitere menschen- und umweltfreundliche Veränderungen in meinem Alltag zu realisieren.

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Nun, weil es manchmal ganz schön deprimierend sein kann, nur darauf zu sehen, was ich alles noch verändern sollte/möchte und mich manchmal das Gefühl beschleicht, dass meine Bemühungen dem berühmten Tropfen auf dem heissen Stein gleichen, möchte ich im Folgenden den Fokus vor allem einmal auf den Ist-Zustand im Hause Raniso legen.

Was wir schon tun, um die Welt im Kleinen zu verbessern:

  • Recycling – Wir trennen alles, was man so trennen kann und bringen sie an die vorgesehenen Abgabestellen. Glas, Alu, Dosen, Pet, Styropor, Batterien, Kompost, Elektroschrott, Kleidung, etc. Wir sortieren dabei vorher aus, was wir noch brauchen können (zB. Gläser für Eingemachtes…) und benutzen Backpapier und Alufolie mehrmals, bis sie schwarz sind oder auseinanderfallen… 😉
  • Wir bringen lange ungenutzte aber brauchbare Gegenstände in die Brockenstube. (meist aus Platzgründen)
  • Meine Kinder tragen hauptsächlich Secondhand-Sachen (wir sind da ziemlich verwöhnt und erhalten von lieben Familien aus unserer Kirche bergesäckeweise Kleider…).
  • Neue Kleider kaufe ich wenn immer möglich aus biologischen Materialien und unter fairen Arbeitsbedingungen hergestellt – auch wenn das heisst, dass ich aus finanziellen Gründen nur zwei paar passende Hosen im Kleiderschrank habe…
  • Wegen Tierquälerei werden auch jegliche Pelze und Kleidungsstücke mit Pelzbesätzen gemieden sowie seit kurzer Zeit auch Daunenprodukte. Schwieriger finde ich es bei Leder, an mehr Konsequenz arbeiten wir gerade. Die Alternative dazu ist oft Synthetik und was ich auch nicht wirklich optimal finde…
  • Seit kurzer Zeit bin ich nun aus ökologischen und moralischen Gründen Vegetarierin, wohl der grösste Schritt für mich bis anhin. Er führte von Ablehnung, über Verdrängung bis hin zur Überwindung. Bis jetzt vermisse ich entgegen meinen Befürchtungen eigentlich nichts. Und auch an meiner Familie geht mein neuster Schritt nicht spurlos vorbei… 😉 Fleisch gibt es noch seltener und nur Bio – direkt vom Bauernhof meiner Tante. Das Fleisch lässt sich in eigentlich allen Gerichten sehr gut mit Gemüse ersetzen, gerne verwende ich auch Pilzprodukte zB. aus Quorn. Ab und an verwende ich auch Tofu, jedoch eher sparsam. Sojaprodukte sind nämlich auch nicht wirklich ökologisch und wie ich über Maria’s Blog erfahren habe, auch nicht wirklich gesund
  • Nahrungsmittel kaufen wir in der Regel saisonal und aus der Region und fast ausnahmslos in Bioqualität. Gemüse und Obst, aber auch Konfitüre, Brot etc., lassen wir uns hauptsächlich mit einer Biokiste nach Hause liefern. Die restlichen Lebensmittel besorge ich im Supermarkt oder Reformhaus, manchmal auch an Marktständen im Zentrum. Vor allem bei Produkten aus grösseren Supermarkt-Ketten verlasse ich mich letztlich auf Ehrlichkeit puncto Herkunft und Inhaltsstoffen. Ich bin da auch ganz froh, dass wir in der Schweiz leben. Mir scheinen die Richtlinien und Vorgaben an Bioprodukte hier strenger zu sein als anderswo – dieses Gefühl beruht aber mehr auf Berichten vom Hören sagen, als auf gesicherten Quellen… 😉
  • Ich habe mir angewöhnt, vor jedem Einkauf eine Einkaufsliste zu schreiben. Das verhindert hungerbedingte Hamstereinkäufe und schont das Budget. Inspiriert von Katharina habe ich ausserdem wieder begonnen einen Koch-Wochenplan zu schreiben(meine Disziplin hatte in dieser Hinsicht im letzten Jahr ziemlich nachgelassen). Freitags oder samstags wird der Wocheneinkauf getätigt und die Biokiste passend zum Menüplan online bestückt. Ausserdem backe ich dann 1kg Zopf, der mindestens bis Dienstag anhält. So muss ich unter der Woche nur noch wenige Lebensmittel frisch einkaufen wie Brot einkaufen.
  • Essensreste werden immer wiederverwertet nur ganz ganz selten landen Nahrungsmittel im Müll – immer begleitet mit heftigsten Gewissensbissen.
  • Ich versuche überflüssigen Konsum über die Lebenshaltungskosten hinaus zu vermeiden. Das beginnt schon im Kleinen. Zum Beispiel keine neue Früchteteesorte, wenn ich noch welchen im Schrank habe…
  • Wir trinken Wasser vom Wasserhahn und kaufen nur zu speziellen Anlässen Mineralwasser oder Süssgetränke. Unser Wasser ist zwar sehr kalkhaltig, aber durchaus trinkbar.
  • Keine Produkte mit normalem Palmöl. Ein aufschlussreiches Interview findet sich hier.
  • Beim Einkauf von Kosmetikartikeln hilft mir eine tolle App auf meinem nicht wirklich ökologischen Smartphone. Der Strichcode ist im Nu eingelesen und das Produkt wird in seine Bestandteile zerlegt – eingeteilt in nicht empfehlenswerte, weniger empfehlenswerte, eingeschränkt empfehlenswerte und empfehlenswerte Inhaltsstoffe. Nach dem Lesen der ausführlichen (und abschreckenden) Berichten wird ein jeder schnell zum Naturprodukte-Liebhaber…
  • Toilettenpapier und Druckerpapier gibt’s hier ausschliesslich in Recyclingqualität. Die Kinder malen nicht selten auf der Rückseite von Altpapier.
  • Anstelle von Geschenkpapier verwenden wir meist alte Zeitungen oder Packpapier – aufgepeppt durch Stempelaufdrucke oder farbige Sticker.
  • Vor Kurzem konnte ich meinen Liebsten endlich dazu überreden, einen Werbe-Stop-Kleber an unseren Briefkasten anzubringen. Auf die wenigen interessanten Flyer kommen viel zu viele uninteressante Werbeprospekte. Eine Papierverschwendung weniger hier im Haus…
  • Die weiter oben schon verlinkten Bloggerinnen Maria und Katharina inspirieren mich mit ihren Blogs nachhaltig, Plastik und Verpackungsmaterial soweit es geht zu vermeiden – vor allem in Bezug auf Lebensmittel…
  • Wir setzen auf Qualität statt Ramsch. Lieber einen langhaltbaren Gegenstand für etwas mehr Geld, als zehn minderwertige für das gleiche Geld. Ich gestehe, dieser Vorsatz ist nicht immer ganz einfach einzuhalten. Der Wille ist zwar da, Qualitätsware ist aber nicht mehr so leicht auffindbar. In unserer Wegwerfgesellschaft werden die Produkte meist schon so minderwertig entwickelt, dass der Einkauf von heute oft schon der Müll von morgen ist…
  • Auch bei Non-Food-Artikeln schaue ich auf die Herkunft. Am liebsten aus der Schweiz oder den Nachbarsländern – soweit das in unserer globalen Welt noch möglich (und ersichtlich) ist… Bei Artikeln aus fernen Ländern bevorzuge ich Fairtrade-Produkte.
  • Unter der Dusche wird das Wasser zum Einseifen und Beine rasieren abgestellt. Auch wenn letzteres manchmal wegen zu starker Gänsehaut auf ein andermal verschoben werden muss. 😉
  • Wir putzen und waschen nur noch mit zu 98% abbaubaren Putz- und Waschmittel. Die Umsetzung von zahlreichen tollen Anregungen zur Selbstherstellung der Produkte (zB. hier oder hier) scheiterten bis anhin an Zeit- und Energiemangel…
  • Wir waschen gezwungenermassen nur alle zwei Wochen. Das hat aber auch Vorteile: Ich habe in jeder Farbe genügend Schmutzwäsche für richtig volle Maschinen. Gut sichtbare Flecken behandle ich im Voraus mit Gallseife. Unseren Bio-Weichspüler benutze ich nur bei Frotteewäsche – wir haben keinen Tumbler. Die strikt limitierte Wäschezeit (und meine Faulheit) halten mich von Stoffwindeln ab – unser grosser Schwachpunkt…
  • Vor längerer Zeit haben wir von „normalem“ Strom zu Naturstrom gewechselt. Gespeist werden unsere Steckdosen zwar sehr wahrscheinlich immer noch mit Atomstrom, aber irgendjemand in der Schweiz bezieht dank uns nun Strom aus natürlichen Quellen – ein gutes Gefühl…
  • Positiv auf unsere Fussabdruck-Bilanz wirkt sich ausserdem unsere momentane Wohnsituation aus. Wir leben zu fünft auf 73 m² in einem Mehrfamilienhaus. Ziemlich ökologisch, wobei ich gestehen muss, dass wir natürlich insgeheim auch von einem eigenen Häuschen auf einem schönen Fleckchen Erde träumen… Aber träumen ist erlaubt, oder?!? 😉
  • Unsere Ortsbibliothek wird rege von uns benutzt. Bücher sind aber eindeutig eine meiner grössten Schwachstellen. Es fällt mir da oft schwer, der Versuchung des einen oder anderen (und anderen und anderen) Buchkaufs zu widerstehen.
  • Jeden Sonntag nehmen die Kinder und ich das Auto, um in unsere Kirche in der nahen Stadt zu fahren. Ansonsten meide ich das Autofahren im Alltag – Ferienzeit ist Ausnahmezeit – und laufe viel, nutze die öffentlichen Verkehrsmittel oder nehme mein E-Bike (das fährt zwar auch nicht ganz ökologisch mit Strom – mit reiner Muskelkraft drei Kinder verteilt auf Kindersitz und Fahrrad-Anhänger zu transportieren, schaffe ich aber über lange Strecken einfach nicht. Zudem hält der Akku erstaunlich lange und ist in 2 Stunden voll aufgeladen.) Für die nähere Zukunft – wenn die Kinder ein wenig grösser sind – plane ich am Sonntag auf Zug und Tram „umzusatteln“.
  • Ich bin in meinem Leben bis jetzt genau dreimal geflogen. Einmal nach London und zurück und einmal nach Finnland einfach. Ich habe auch nicht vor, dies zu ändern, zu gross ist meine Kerosinabneigung. Beim Anblick der vielen Kondensstreifen am blauen Himmel (ähm, welcher blaue Himmel?!?) überkommt mich jedes Mal ein Schaudern. Klar, ich habe so Europa noch nie verlassen, habe dafür schon 21 Länder Europas bereist – vornehmlich mit Zug, Schiff und Bus. Auch nicht schlecht, oder?! Ooooh, ich merke gerade, dass meine Flugbilanz nicht ganz korrekt ist. Einen 15-minütigen Flug mit anschliessendem Fallschirmsprung in meiner risikofreudigen Jugendzeit habe ich ganz vergessen… 😉
  • Wir fallen anderen durch unser Verhalten auf und geben Anlass zu meist angeregter Diskussion.
  • Manchmal staune ich, wie sehr das eigene Verhalten auf andere abfärben kann. Plötzlich bringt der Besuch nur noch Bio-Sachen zum „Zvieri“ bei uns mit. Zum Geburtstag erhalte ich Fairtrade-Artikel. Kürzlich mit Elan vorgetragene Argumente belausche höre ich plötzlich im Munde anderer…

Puuh, das ist eine ganz schön lange Liste. Wer sich wohl mit Lesen bis hierher durchgeackert hat? 😉

Ich wünsche mir, dass ich all den Ökotanten und Weltverbessern unter euch ein wenig Mut gemacht habe – ihr seid nicht alleine…

Ich hoffe, dass ich euch vielleicht auf die eine oder andere Weise inspirieren konnte, sowie schon so manche von euch auch mich inspirierten. Für weitere Anregungen bin ich immer offen! Zum Beispiel als Kommentar zum Post 😉 Schliesslich sehen vier, sechs oder gar acht Augen mehr als zwei, mehrere Köpfe erkennen mehr, als es meiner alleine tun kann…

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Abschliessend möchte ich noch hinzufügen, dass es immer auch eine gehörige Portion Vertrauen braucht. Jedes Versprechen, jedes Label zu überprüfen, das geht nun mal nicht. Und natürlich gibt es auch im Hause Raniso keine Regel ohne Ausnahme. Mir ist es wichtig, ökologisch und fair zu leben, zu einem Zwang oder eine Art Religion möchte ich es aber nicht werden lassen. Die Hauptsache ist doch, dass wir unser Bestes geben, für uns, diese eine Erde, unsere Nachkommen, unsere Nächsten…

 

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15 Kommentare leave one →
  1. 30. Mai 2013 13:38

    Liebe Anja, da hast Du einen tollen Artikel geschrieben! Dieses Umweltbewusstsein ist bei mir erst gewachsen, als meine Kleine auf die Welt kam. Zuvor war halt das „übliche Programm“ wie Müll trennen, Wasser- und Licht nicht unnötig (b)rennen lassen,… Und auch bei mir hat die Bloggerwelt viel zum Umdenken und auch Verändern beigetragen. Mein Fußabdruck ist zwar unterm österreichischen Durchschnitt, doch sehr verbesserungswürdig. 😉 Ich denke, wenn jeder von uns anfängt, nur ein paar Kleinigkeiten zu ändern, wäre es schon ein großer Beitrag für die Zukunft.
    Alles Liebe und Danke fürs Anstupsen und Weiternachdenken, Martina 🙂

    • 31. Mai 2013 23:02

      Ach genau, das mit dem Licht habe ich ganz vergessen zu erwähnen… 🙂
      Die Bloggerwelt ist schon was feines… Danke für deinen Kommentar!
      Ganz liebi grüäss, anja

  2. 30. Mai 2013 13:58

    Ein toller, ausführlicher Artikel, danke dafür. (Und auch fürs Verlinken!)
    Also alle zwei Wochen waschen, das stelle ich mir fast unmöglich vor für uns. Aber wenn Ihr das so haltet, ist es das sicher nicht…. Hier laufen 1-2 Maschinen täglich!
    Die App, von der du schreibst, ist sicher eine tolle Sache. Leider besitze ich noch kein smartes Phone, sondern ein uralt-Handy, mit dem man nicht einmal mehr fotografieren kann. Aber solange ich telefonieren kann, bleibt es mal mein Handy…
    Jeder kann selbst entscheiden, wie er oder sie lebt. Aber wenn mehr Menschen ein bisschen Einblick geben und kreative Ideen teilen und veröffentlichen, dann kommen vielleicht mehr auf den Geschmack.
    Ich denke mir auch oft, was soll denn das bringen, dass wir als Familie auf so viel verzichten, wenn die meisten ohne Rücksicht auf irgendwas konsumieren und wegschmeißen. Aber ich glaube, es werden täglich mehr, die einfach ein Bedürfnis haben, es anders zu machen. Also werden wir weiter machen und einfach einen Schritt vor den anderen setzen.
    Alles Liebe aus dem nassen Wien, Katharina

    • 31. Mai 2013 23:07

      Naja, nur alle zwei Wochen waschen hat auch wirklich gute Seiten. Man ist zwei Tage lang intensiv mit der Wäsche beschäftigt (durchschnittlich 10 Maschinen) und hat dann für zwei Wochen wieder Ruhe… Es braucht einfach ziemlich viele Kleider, vor allem Kinderhosen und Unterwäsche… 😉
      Ja, ich treffe auch immer mehr Ökotanten und Weltverbesserer oder im Supermarkt entdecke ich immer mehr Menschen mit lauter Bioprodukten auf dem Fliessband… Das macht Mut! Ebenso Blogs wie deiner!
      Ganz liebi grüäss, anja

  3. 30. Mai 2013 21:24

    Oh, das liest sich sooo gut 🙂
    Ich glaub auch, einfach bei sich selber anfangen, so gut es einem möglich ist und was man mit dem Familienleben vereinbaren kann. Was du aufzählst alles, wahnsinn!!!
    Mir ist nochwas eingefallen, zum Thema Handy: http://www.fairphone.com
    Hast du schon davon gehört?
    Ok… Baby weint… muss los, aber ich komme wieder 😉
    Alles Liebe! maria

    • 31. Mai 2013 23:13

      Ich habe für diesen Post fast über ein halbes Jahr mein Alltagsverhalten beobachtet und bemerkt, wie viel ich eigentlich schon mache. Häufig fahren meine Gedanken sonst nämlich auf der „Was ich alles noch anders tun sollte“ und „Was bringt das alles“ Schiene… Den Post dann zu schreiben tat wirklich gut.
      Ja, ich habe erst kürzlich vom Fairphone gehört. Mein jetztiges hält aber hoffentlich noch eine Weile, danach werde ich wohl auf das Fairphone wechseln 🙂
      Ganz liebi grüäss, anja

  4. Sybille permalink
    31. Mai 2013 09:19

    Boah, wie ausführlich! mit vielen vorbildlichen Ideen.
    Ich schaffe noch lange nicht alles so zu machen, wie ich es gerne würde. Es gibt auch wohl kaum etwas Schwierigeres, als Angewohnheiten zu ändern. Grundsätzlich schauen wir immer dort, wo wir die Wahl haben, das Bessere für Umwelt und Gesundheit zu wählen. Gerade auch auf vielen Blogs finden sich inspirierende Beispiele, wie etwa bei Maria, so dass man es auch gern versuchen möchte, z.B. auf Plastikbehälter zu verzichten (zumindest keine neuen dazukaufen). Da unterstützen wir uns gegenseitig, wie auch durch diesen Post hier! 🙂
    Wir leben ohne Handys in der Familie, da mir auch das Thema Elektrosmog ein großes Anliegen ist, aber auch die Bestandteile der Handys sind gar nicht so ohne (und das große Thema der Produktion/Beschaffung der Rohstoffe usw.). Das ist ja bei so vielen Dingen so (auch Kleidung, Strom usw.), da fühlt man sich dann wieder hilflos und ausgeliefert… Doch das soll dann nicht lähmend wirken, sondern: eben das tun, was man jetzt tun kann, Schritt für Schritt, so dass es für uns selbst und mit den Bedingungen, in denen wir leben, stimmig ist.
    Bin schon neugierig auf weitere Kommentare. LG
    S.

    • 31. Mai 2013 23:25

      Ich auch nicht… Aber es tut gut, den Blick einmal auf das Ist zu lenken.
      Ja, dank Maria kaufe ich auch möglichst kein Plastik mehr (vor allem in der Küche). Es ist aber wirklich schwierig, Alternativen zu finden und die eigenen Vorsätze nicht wieder zu vergessen/verdrängen…
      Also ehrlich gesagt, kann ich mir ein Leben ohne mein Handy nicht vorstellen, obwohl ich den Gedanken an den ganzen Elektrosmog um uns herum auch nicht mag und über die Handyproduktion schon ziemlich Übles gelesen habe. 😦 Über mein Handy läuft aber so viel. Ich lese da auch alle Blogs und sitze nur für das eigene Postverfassen (also ca. 1pro Woche) vor den Computer. Früher habe ich bei Nichtbenutzen den Internetrouter komplett abgestellt – ich weiss gar nicht, wieso ich das jetzt nicht mehr mache!
      Über mein Handy läuft auch sämtliche Musik, dafür ist unser Radio eigentlich immer ausgesteckt – ausser mein Liebster kocht oder bäckt 😉
      Ganz liebi grüäss und danke für deine Anregungen! Wie du siehst, haben sie mich noch mehr zum denken angeregt…

  5. 2. Juni 2013 21:18

    Ich komm auf 2, aber auf wesentliche Punkte habe ich keinen Einfluß: auf die Dienstwohnung (allerdings ist dieses 200 Jahre alte Haus besser isoliert als eines aus den Fünfzigern, das sollte vielleicht auch eingerechnet werden; hier geht von 19 bis 7 Uhr bei abgestellter Heizung und Außentemperaturen um den Nullpunkt die Raumtemperatur nur um 4 bis 5°C zurück, im vorherigen Pfarrhaus brauchte es dazu grad mal drei Stunden…), auf die Nichtverfügbarkeit öffentlicher Verkehrsmittel, auf Nichtverfügbarkeit von Ökostrom. Das Dienstauto fährt mit GPL, das kam in der Frage gar nicht vor. Ich hab Erdgas angeklickt, das kommt wohl am nächsten.
    Was mir fehlt, sind Kenntnisse über den genauen Verbrauch; ich habe weder Wasser- noch Stromrechnung, weil beides mit Gemeinderäumen zusammen abgelesen und abgerechnet wird. Heizöl haben wir rund 2200 Liter heuer gebraucht, aber das war vielleicht auch, weil das Haus zwei Jahre leergestanden hat und etwas feucht war…

    • 2. Juni 2013 22:32

      Herzlich Willkommen Wolfram und vielen Dank für deinen Kommentar! Ich finde diesen Rechner auch nicht 100% überzeugend. Aber er hilft, überhaupt einmal zu sehen, wo überall angesetzt werden kann mit dem ökologischem Denken. Aber wie du schreibst – einiges lässt sich durch die momentanen Lebensumstände gar nicht beeinflussen (es sei denn, man ist bereit, gröbere Konsequenzen zu ziehen und Job/Wohnung etc ganz zu wechseln…). Uns wird auf der Seite geraten, mit dem Vermieter einmal über einen möglichen Heizungswechsel zu sprechen und das Auto noch weniger zu nutzen. Auf Zweiteres können wir Einfluss nehmen, auf Ersteres leider nicht…
      Ganz liebi grüäss, anja

  6. 12. Juni 2013 21:53

    Puh, da krieg ich ja ein ganz schlechtes Gewissen, wenn ich das lese… Ich schmeiß den Rechner gar nicht erst an, nachher muß ich bestimmt 3 oder 4 Planeten nachzahlen (wenn ich allein an die Flugreisen während meiner „Wissenschaftlerkarriere“ denke…).
    Aber hey, vielleicht kann ich Dir ein kleines schlechtes Gewissen „ersparen“: Lass das Wasser beim Beine Rasieren ruhig laufen! Ich hab das nämlich auch immer gemacht (also gefroren und ausgestellt und dann manchmal sogar aus Versehen über die Gänsehaut rasiert *autsch*…), bis ich einen sehr interessanten Bericht gesehen habe, welche „Ökomaßnahmen“ im Haushalt sinnvoll sind und welche nicht. Und Wassersparen gehört (zumindest in Mitteleuropa, wo es reichlich Wasser gibt) nicht zu den sinnvollen Dingen, weil es paradoxerweise den Wasserverbrauch sogar erhöht. Da immer mehr Menschen am Wasser sparen, werden die Kanalsysteme nicht mehr so effizient durchgespült wie von den Erbauern eingeplant, und es sammelt sich jede Menge Schmodder und was halt so an Feststoffen in die Kanalisation fließt. Deshalb müssen die Wasserwerke regelmäßig mit großen Wassermengen „nachspülen“, um die Kanalisation sauber zu halten, was die ganze Wassersparerei in Privathaushalten wieder aufhebt.
    Liebe Grüße und ein entspanntes Duschen ;-)!

    • 15. Juni 2013 23:22

      Also so weit ich mich erinnere, bezieht der Rechner nur die Flüge der letzten 5 Jahre mit ein. Vielleicht wäre es dann gar nicht so schlimm?! 😉
      Du, das mit dem Wasser finde ich ja höchst spannend! Ich werde das Wasser aber weiterhin zwischendurch ausstellen, um Strom zu sparen – wir haben einen ziemlich winzigen Boiler… Sonst müssen die restlichen Familienmitglieder frieren und ich zum Abwaschen jedes Mal zuerst das Wasser abkochen! 😉
      Ganz liebi grüäss, anja

  7. mine jäger permalink
    8. Januar 2014 20:12

    liebe raniso,
    ich habe deine ausführungen mit begeisterung gelesen. ich versuche seit über 20 jahren mein verhalten in bezug auf die umwelt so gut wie möglich zu ändern. anfangs wollte ich alle meine lieben von meinen ideen überzeugen, habe dies jedoch im laufe der zeit aufgegeben.
    aber durch das vorleben habe ich bereits einige zu verhaltensänderungen animiert.
    ich hebe alle verpackungen meiner geschenke auf und verwende sie wieder. auch habe ich mich im internet über upcycling schlau gemacht und so ein neues hobby entdeckt.
    aus verpackungen bastle ich sehr schöne behältnisse.
    fürs duschen stelle ich mich in einem kübel, in dem das duschwasser aufgesammelt wird, welches ich dann für die klospülung benutze – auch eine art zum wasser sparen und die rohre werden gut durchspült.
    mein essig – hauptsächlich zum putzen – stelle ich selber her.
    auch stelle ich aus den bereits benutzten waschnüssen einen sud her, welches ich zu allem möglichen benutze – z.b. baden, duschen, fenster und geschirr reinigen, boden wischen u.v.m.
    im internet kann man dazu viele möglichkeiten nachlesen, einfach waschnuss eingeben und staunen.
    weiterhin viel spass im umweltschonen, unser kinder und enkelkinder werden davon profitieren.
    lieben gruß
    feuervogel54

    • 11. Januar 2014 21:21

      Willkommen lieber Feuervogel 54! Wow, deine Ausführungen sind auch nicht übel… 😉 Toll, was du alles machst! Ich finde es spannend, zu sehen, was man noch alles machen kann und das selber schrittchenweise selber zu tun… Danke für deine Denkanstösse! Ganz liebi grüäss und noch ein schönes Wochenende, anja

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