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Von Wehmut und dem Ticken der Zeit

26. Januar 2013

Mit den Kindern auf der Couch sitzen und mit ihnen ihre Fotoalben durchblättern.

Sich verwundert bewusst werden, wie viel sich in den letzten 5 Jahren in meinem, nein jetzt unserem Leben verändert hat.

Erste Alterungskennzeichen im eigenen Gesicht zu erkennen glauben, die nichts mehr mit der Entwicklung von einer Jugendlichen zu einer jungen Frau zu tun haben.

Immer wieder bemerken, wie die Zeit in Siebenmeilenstiefeln voranschreitet.

*Ticktack ticktack* Schon ist ein Jahr vorüber *Ticktack ticktack* Schon ist die Kleinste eins *Ticktack ticktack* Was wenn es kein Baby mehr geben wird? *Ticktack ticktack* War das das letzte Mal das erste Jahr? *Ticktack ticktack*

Schmerzhaft und doch wahr die Bemerkung des Liebsten, dass auch ein weiteres Baby nur eine kleine Verlängerung dieser Zeit bedeuten würde.

Greifbarer als je der viel gehörte und so manches Mal innerlich augenverdrehend entgegengenommene Satz „Geniesse es, es geht so schnell vorüber und plötzlich sind sie gross.“

*Ticktack ticktack* Wieso lässt sich die Zeit nicht anhalten? *Ticktack ticktack* Was ist nur mit der Uhr passiert? *Ticktack ticktack* Kann es sein, dass sich die Zeiger viel schneller als noch vor ein paar Jahren drehen? *Ticktack ticktack*

Sich ein wenig gluckig fühlen. Was ist bloss aus der coolen Anjamutter aus meiner früheren Vorstellung geworden? Ob sie von der Realität eingeholt wurde?

*Ticktack ticktack* Mensch, wieso ist das Loslassen bloss so schwierig? *Ticktack ticktack* Mensch, wie wird das weitergehen, wenn ich jetzt schon so ticketacketicketackedurchdrehe?

.

.

Was für ein Glück, dass ich diesen Mutterweg bis jetzt schrittchenweise gehen durfte… Mit wehem aber zugleich mutigem Herzen…  Immer auch neugierig, was das Leben noch mit sich bringen wird.

Was für eine Dankbarkeit, dass ich diesen Mutterweg überhaupt gehen darf!

.

.

.

Später dann ein Konzert, ein Künstler seit meinen frühesten Kindertagen, ein musikalischer Wegbegleiter, vielleicht der vertrauteste.

Ein Lied, schon hundertmal gehört, das meine Herzenssaite zum Klingen bringt wie nie zuvor und die Augen zum Überquellen…

—————

Leider finde ich keine deutsche Version im Netz, daher hier die holländische und darunter die Übersetzung:

Anne von Herman van Veen

Die andr`en Babys sah ich nicht, ich sah nur dein Gesicht
Anne
Du kniffst die Augen zu, ganz schnell. Das viele Weiß war dir zu grell
Anne
Ich hab behutsam nachgezählt ob dir kein Zeh kein Finger fehlt
Anne
Ich war verlegen und sehr stolz und du fand’s mich zum lachen
Anne

Anne
Die Welt ist nicht so schön
doch du kannst sie ein bisschen schöner färben
Anne
du kriegt noch manchen Schuss vor´m Bug, sei unbesorgt
die Sorgen kommen früh genug, früh genug.

Die Zeit vergeht sie bleibt nicht stehn. Das wirst du schon noch sehn
Anne
Wie schnell du dich von uns entfernst, wenn du erst gehen lernst
Anne
Du drehst den Kreisel einmal rum und schon bist du ein Jahr
älter
Kaum bist du ohne Babyspeck saust du auf dem Mofa weg
Anne

Anne
Die Welt ist nicht so schön
doch du kannst sie ein bisschen schöner färben
Anne
du kriegt noch manchen Schuss vor´m Bug, sei unbesorgt
die Sorgen kommen früh genug, früh genug.

Die andr`en Babys sah ich nicht, ich sah nur dein Gesicht
Anne
Allein die Augen deiner Mutter waren genau so schön wie du
Anne

—————

In diesem Post habe ich zu einem ähnlichen Thema schon einmal ein anderes, auch passendes Lied von Herman van Veen verlinkt…

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14 Kommentare leave one →
  1. Sybille permalink
    27. Januar 2013 17:10

    Ja das ist schon ein Wahnsinn wie die Zeit fliegt! Auf einmal bin ich die Kleinste in der Familie (körpergrößenmäßig), mit der kleinsten Schuhnummer (40) und die einzige, die sich nicht rasiert. Boah!!!! Und in drei Jahren bin ich so alt wie meine Mutter, als sie Oma wurde. Kreisch!!!!

    • 27. Januar 2013 20:26

      Uiui, echt Wahnsinn! Und du bist wohl sehr jung Mutter geworden, hm!?
      Ganz liebi grüäss und eine gesunde Woche, anja

      • Sybille permalink
        31. Januar 2013 20:07

        War noch nicht ganz 22 beim ersten, der wird in ein paar Wochen 17. 🙂

      • 31. Januar 2013 22:25

        Na, dann sind wir uns nicht nur im Blogdesign ähnlich… 😉

  2. 27. Januar 2013 20:48

    Diese Gedanken kenne ich so gut. Da sagen einem alle anderen dauernd, genieß es, es vergeht so schnell und man selbst denkt sich, ich würd einfach gern mal ein, zwei Nächte guuuut schlafen… und dann ist plötzlich ein Jahr um, nach drei mal Augenklimpern… und rückblickend möchte man einfach die Zeit anhalten. Sooo Klischee, aber so wahr…
    gute Besserung an den schweren Tragling!!
    Alles Liebe, Katharina

    • 28. Januar 2013 21:21

      Vor zwei Wochen haben ich gerade mit zwei Müttern von Teenagern gesprochen. Eine wünscht sich zum Geburtstag mal wieder eine etwas längere Umarmung ihrer Tochter, die andere wünscht sich für einen Tag die Kleinkindphase zurück… 😉
      Ganz liebi grüäss, anja

  3. Marianne permalink
    4. Februar 2013 23:51

    Seufz…. Riiiiiiiiiieeeeeeeeeesenseufz!!

  4. 5. Februar 2013 21:05

    hach…festhalten wollen, oder? Das überkommt mich auch immer wieder, dieses Gefühl und der Gedanke: JETZT ist gerade alles so, wie Du es immer wolltest! (Und Aufschieben würde ich auch gern noch weiter – so ein bißchen Selbstbetrug muß einem doch vergönnt sein ;-)!)

    Liebe Grüße!

    • 8. Februar 2013 22:23

      Auf das Aufschieben! 😉 Sich verstanden fühlen hilft aber auch schon ein wenig…
      Ganz liebi grüäss, anja

  5. C.S. permalink
    21. August 2014 11:43

    Hallo :-),
    ich bin Mama von drei Jungs ( 16,8 und 5 ). Davon ist der Achtjährige autistisch und der fünfjährige hatte als Säugling eine Kranioplastik. Viele Sorgen, Kummer,Ärzte und Therapiegänge begleiteten mich, zum Teil auch noch heute. Nun ist das letzte Kiga Jahr für unseren Fünfjährigen angebrochen und ich fühle mich teilweise völlig depressiv. Auch ich denke über ein weiteres Kind nach, es ist jetzt schon so still hier am Vormittag 😦 Ich mache mir Gedanken über : Wie lange wird der Pooh Bär hier noch wohnen“? Hoffentlich wird unser Jüngster nicht so ein arger Rabauke in der Schule, warum ging die Zeit sooo schnell vorbei??? Ich würde sie auch gerne zurück drehen *tiefseufz* Soeben laufen die heutigen I-Männchen an meinem Fenster vorbei…Ich darf gar nicht daran denken :-(( Liebe und wehmütige Grüsse

    • 21. August 2014 22:59

      Ganz herzlich willkommen auf meinem Blog! Schön, dass du hier liest, auch wenn dich mein Geschreibsel vielleicht noch wehmütiger machen lässt… Aber es tut doch immer gut, wenn man sich verstanden und nicht ganz alleine mit diesen Gedanken fühlt… Ich kann dich gut verstehen. Ich bin froh, dass meine Kleinste noch zwei Jahre zu Hause bleibt bei mir – naja, am liebsten würde sie auch schon in den Kindergarten, wie sie uns gestern heulend erklärte. Die Zeit rast, wie wichtig finde ich es da, dass wir im Moment leben und das Alltagsglück mit unseren Lieben trotz Streitereien und anderen täglichen Unannehmlichkeiten geniessen. Das Bewusstsein, dass es nicht immer so sein wird, hilft mir dabei. Ganz liebi grüäss, anja

      • C.S. permalink
        22. August 2014 11:34

        Erstmal lieben dank für Deine Zeilen 🙂 Ich versuche auch, alles irgendwie festzuhalten, jeden schönen Augenblick, denn auch ich denke immer häufiger darüber nach, dass es nicht so bleiben wird. Du hast es gut 😦 Ich war so gegen Kindergarten, mein Ältester war gar nicht und bei unserem Mittleren war es nur die Vernunft, die siegte. Für ihn war der integrative Kindergarten ein Segen, habe ihn allerdings auch erst mit 5 Jahren hingebracht. Dadurch das ich ihn aber ein Jahr von der Schule habe zurück stellen lassen, blieben ihm auch zwei Kindergartenjahre. Und unser Jüngster…er wollte halt eben auch sehr schnell in den Kiga :-(( Ihn habe ich dann mit drei Jahren dorthin gebracht. Aber nicht bis um 16h, nur bis 14h. Käme mir gar nicht in den Gedanken meinen Jungen den ganzen Tag dort zu lassen. Was lässt uns so klammern, klammern an diese Zeit?? Was zerbreche ich mir den Kopf darüber, warum kann ich mich nicht an dem IST freuen, uneingeschränkt freuen?? Ja, es ist schön zu wissen, nicht alleine zu sein 🙂 Allerherzlichste Grüsse aus NRW 🙂

      • 24. August 2014 21:47

        Bei uns in der Schweiz ist das ein wenig anders mit dem Kindergarten. Die Kinder besuchen ihn erst ab 4-6 Jahre und ausser einem Nachmittag, nur jeweils am Morgen. Dafür ist er obligatorisch. Ich bin dankbar, so meine Kleinste ohne schlechtes Gewissen noch ein wenig zu Hause zu behalten… Ganz liebi grüäss, anja

Ich freue mich sehr über jeden Kommentar... :-)

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