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Unser Wochenende oder Zwerge im Rausch

30. Oktober 2012

Für leuchtende Kinder- (und Erwachsenen-) Augen sorgten dieses Wochenende gleich mehrere Ereignisse.

Da war einerseits der erste Schnee in diesem Jahr, der die zuvor noch herbstliche Umgebung allmählich in ein Winterwunderland verwandelte. Mir fiel es schwer nicht mit ausgestreckter Zunge durch die Gegend zu stapfen, um die Schneeflocken aufzufangen… Ich liebe Schnee. Ich meine so richtigen Schnee. Den pudrig-pulvrigen Glitzerschnee, nicht zu nass, der unter den Füssen knirscht. Nicht den Schneematsch, wie er hier im Unterland so häufig vorkommt. Auch wenn es Oktober ist und ich eben erst genussvoll den goldenen Herbst aufgesogen habe. Ich liiiiebe ihn, den Schnee…

Mit Entzücken verfolgten meine drei abends die Verwandlung vom Fenster aus, um sich dann morgens mit grosser Begeisterung in die wattierte Landschaft zu stürzen. Jauchzend flitzten wir mit unseren Bobs den Minihügel vor dem Haus hinunter – ich öfter als meine vorsichtigen Kinder *lach*…

Wir entdeckten, dass sich das „Sändeli-Zeug“ auch vorzüglich für das Spielen im Schnee eignet (und dabei gleichzeitig gesäubert wird) und buken ganze Rollbrett-Ladungen voller Schneekuchen.

Es waren Tage, an welchen ich mittendrin sass, mit Körper und Geist im Spiel involviert, mittendrin, selber wieder ein bisschen Kind, versunken, instruierend, dirigierend, inspirierend, inspiriert werdend… Genuss pur!

Andererseits war dieses (verlängerte) Wochenende die Luft geschwängert mit dem Geruch nach gebrannten Mandeln, Magenbrot, Zuckerwatte, Würsten, Chnoblibrot, Marroni und und… Überall blinkten bunte Lichtlein, Kinder kreischten, jauchzten, lachten. Stand reihte sich an Stand, Bahn an Bahn. Eindeutig Chilbizeit.

Trotz Kälte, matschigem Boden und grauenhafter „Hintergrund“-Musik (ein Gewirr aus die Schlümpfe, diversen Schlager, Techno und Countrymusik), stimmte mich die Chilbi dieses Jahr ganz euphorisch. Beschwingt lief ich mit einem missmutigen nicht ganz so motivierten Liebsten und drei völlig entrückten Zwergen durch den Jahrmarkt – bekleidet mit den Spendierhosen (und diversen anderen dicken Kleidungsstücken).

Ich staunte über den Wagemut meiner Mittleren, die mit ihren 2 ½ Jahren so manche Bahn unsicher machte…

… während mein grosser sehr vorsichtiger Zwerg sich fast ausschliesslich mit den Kleinkinder-Karussellen begnügte und verschmitzt grinsend Runde um Runde drehte.

Die Kleinste staunte derweil dick eingemummelt unter Mama’s Jacke hervor, vollzeitig beschäftig mit Gucken…

 

Wieder zu Hause, die Kinder gesättigt und voller Eindrücke im Bett, liege ich auf dem Sofa und staune über mich, mein Leben, meinen inneren Perspektivenwechsel. Noch vor einem Jahr fand ich Jahrmarkt mit Kleinkindern unangebracht, ja daneben. Und über Schnee im Oktober hätte ich mich wohl ziemlich geärgert. Und jetzt sitze ich hier, völlig zufrieden. Ich merke, wie ich im letzten Jahr entspannter geworden bin, wie ich so vieles annehmen kann, den Dingen ihren Lauf lasse. Vor allem seit unsere Kleinste mit uns geht, geniesse ich viel bewusster. Ich glaube fast, ich bin endlich angekommen in meinem Leben. Es fühlt sich richtig an, so wie es ist, auch wenn das Leben gerade stark tobt. Es geht mir gut, ich bin glücklich… 🙂

 

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6 Kommentare leave one →
  1. Marianne permalink
    31. Oktober 2012 00:18

    Ich liebe, liebe, liebe ihn auch, den Schnee ;-)! An diesem Wochenende war er ja sogar im „Unterland“ pulverig statt matschig…. wusstest Du, dass die Unterländer dieses Wort selber nie brauchen? Liebe Grüsse von einer anderen Exil-Berglerin…. Marianne

    • 2. November 2012 21:04

      Das wusste ich tatsächlich nicht – aber jetzt, wo du es sagst… Ich habe das Wort Unterländer wirklich erst selten gehört. 😉 Ganz liebi grüäss, anja

  2. Jutta permalink
    31. Oktober 2012 10:18

    Das klingt richtig gut! Und du hast recht. Statt sich zu ärgern, sollte man die Dinge lieber freudig annehmen (also zumindest sowas wie Schnee ;-))
    Schöne Grüße
    Jutta
    Übrigens, ich staune über eure Schneemassen!!!

    • 2. November 2012 21:02

      Ich war auch sehr erstaunt über den verhältnismässig vielen Schnee hier – mehr als 25cm konnten wir messen… Jetzt ist es wieder herbstlich warm. Ganz liebi grüäss, anja

  3. 31. Oktober 2012 23:24

    Wahnsinn, Ihr habt ja schon richtig viel Schnee! Bei uns ist er leider viel zu feucht und matschig, da hab ich noch gar keine Lust darauf gehabt. Doch ich freu mich auch schon auf die Flocken, die dann auf der zunge schmelzen. 😉 Hihi. Jahrmarkt ist super, vorallem mit Kindern, da fühlt man sich gleich selbst nocheinmal so.
    Ich freue mich, dass Du so ein gutes Gefühl des Angekommenseins in Dir hast, das ist sooo viel Wert, vorallem Gelassenheit, da tut man sich selbst auch sehr viel Gutes.
    Alles Liebe, Martina 🙂

    • 2. November 2012 21:01

      Wirklich, es war ein Wochenende voller süsser Kindheitserinnerungen und selber wieder ein bisschen Kind sein Gefühlen – schön 🙂
      Ganz liebi grüäss, anja

Ich freue mich sehr über jeden Kommentar... :-)

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