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Ein seltsames Gefühl…

8. Oktober 2012

…den Grossen in diesem Haus zurück zu lassen. Das erste Mal Urlaub ohne Familie, ohne mich. Das erste Mal nicht zu Hause übernachten. Und das eine ganze Woche lang!

Seit mehr als einem halben Jahr freute er sich nun schon auf den Tag, an dem er das Versprechen seiner Tatta von gemeinsamen Grossmutter-Enkel-Ferien endlich einlösen könnte. „Wenn die Blätter von den Bäumen fallen, gell Mami!“ fragte er mich fast wöchentlich.

Und jetzt, ja jetzt ist die Woche gekommen. Urlaub in den Bergen mit der Tatta und noch einigen anderen lieben Menschen aus unserer Kirche. Wir haben ihn gestern als Familienausflug in die Berge begleitet, das ganze Haus inspiziert, sein Bett und den Schrank eingerichtet. Genau beobachtet haben wir ihn, seine anfängliche Scheu als wir das Haus betraten, wie er trotz spürbarer Ehrfurcht „Was da wohl alles kommen mag“ forsch als Erster die Treppen erklomm, verstohlen um die Ecken linste und sich freudig um den Hals des Onkels in spe warf. Die Erleichterung „Puh, da ist noch jemand den ich gut, gut kenne!“ war ihm deutlich anzusehen – und sehr ansteckend. Er taute sichtlich auf und mit jeder Minute, die verstrich, jedem neuen Winkel, den er neu entdeckte, dem sich ausbreitenden Strahlen in seinen Augen, fiel auch meine Anspannung langsam ab. Mein zweifelndes „Ist es nicht zu früh, für so einen Schritt? Trauen wir ihm da nicht zu viel zu?“ wurde abgelöst von einem hoffnungsfrohen „Er schafft das. Er hat es sich doch so gewünscht…“

Der Abschied verlief kurz, er war schon ganz in seinem Element – beim Tischfussball mit dem baldigen Onkel – und ich liess mir meine weichen Knie, mein schweres Herz nicht anmerken.

Die Heimreise verlief ungewohnt ruhig, ohne tausend Fragen vom hinteren linken Autositz. Einzig die in regelmässigen Abständen auftauchende Frage „Wo ist der Grosse?“ der Mittleren musste immer wieder beantwortet und besprochen werden.

Auch der heutige Tag verlief ungewohnt. Wie sehr ein jedes Kind die Familiendynamik, den Alltag prägt, merkt man erst dann so richtig, wenn es fehlt… Vieles innerhalb der Familienkonstellation wird verschoben und obwohl es spannend ist, dies zu beobachten, sind wir alle froh, wenn wir am nächsten Samstag wieder komplett sind!

 

Tja, und bis dahin werde ich ein paar Bilder zu unserer sohn- und bruderlosen Woche sammeln 😉

 

————

Nachtrag: Es tut gut, zu sehen, dass es nicht nur mir so geht, mit dem Loslassen… Auf meiner abendlichen Blogrunde bin ich bei Frau Kirschkernzeit auf diesen Post gestossen…

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