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Der 10-Minuten-Unterschied

24. Mai 2012

Situation 1 – 12:10

Der Liebste kommt von der Arbeit nach Hause, dreht den Schlüssel im Schloss.

Die zwei Grossen rennen ihm entgegen. „Paaaapi, meine Schwester hat meine Briobahn zerstört! Bauen wir eine neue???“  „Paaapi da! Paaapi da! Spielen Papi, hä?“

Aus der Küche tönt lautes Babygeschrei.

Der Liebste betritt die Küche. Der Tisch bedeckt mit Zeitungen und der Post, mit Einkäufen, Sabbertüchern, klebrigen Trinkbechern und Spielzeug.

Die zwei Grossen hängen sich an des Liebsten Beine.

Eine genervte Ehefrau zwängt sich hetzt mit hochrotem Kopf zwischen Kühlschrank, Herd und Küchentisch hin und her, verdreht die Augen und zischt „Endlich!“. Dem Liebsten wird der kleinste Schreihals in die Arme gedrückt und angeordnet, die Einkäufe wegzuräumen.

Die zwei Grossen stehen quengelnd und streitend im Weg, die Frau verjagt sie aus der Küche, befördert mit einer Handbewegung alles vom Tisch auf die Eckbank und knallt verteilt Teller und Besteck auf dem nun aufgeräumten leeren Tisch.

Der Salat wird nach einer Katzenwäsche in die Schüssel gepfeffert, Wasser abgeleert, ein letztes Mal umgerührt. Der Liebste wird zum Würzen der Sauce in die Küche zitiert, wo er aber nur im Weg steht.

Nach mehrmaligem Rufen sitzen die zwei Grossen mit angewiderten Mienen hungrig an ihren Plätzen. Die Kleine wird ins Maxicosi verfrachtet, auf Grund lauten Protestgeschreis aber sofort wieder daraus befreit und auf den Schoss des nun am Tisch sitzenden Liebsten platziert.

Teller füllen, Inhalt zerkleinern, blasen, Liedchen singen… Endlich essen! Ooops, Salz vergessen…

 

Situation 2 – 12:20

Der Liebste kommt von der Arbeit nach Hause und betritt die Küche.

Die zwei Grossen sitzen gesittet am Tisch – Lätzchen umgebunden, an einem Stück Karotte mampfend, die Kaubewegungen nur unterbrochen durch ein freudiges „Paaapiiii“.

Die Kleine liegt zufrieden im Maxicosi, brabbelt vor sich hin und schenkt dem Papa ein strahlendes Lächeln.

Die beschwingte Ehefrau tritt dem Liebsten entgegen, begrüsst ihn mit einem Kuss und lädt zum Essen ein. Der Tisch ist gedeckt, die Gläser mit Wasser gefüllt, aus den Töpfen dampft und duftet es verheissungsvoll. Das Festmahl möge beginnen!

 

Ich kann gut verstehen, wenn sich der Liebste für das tägliche Mittagessen um 10 Minuten verspätet 😉

 

 

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9 Kommentare leave one →
  1. 25. Mai 2012 12:18

    Haha! 🙂

    Hier mal so, mal so… ich mache es nicht so an den Uhrzeiten fest, weil wir immer anders essen. Keine Ahnung, wieso es an manchen Tagen total reibungslos läuft und an anderen hat man das Gefühl, in der Hölle gelandet zu sein.

    Ich wünsch Euch mehr so 12:20 Uhr Momente. 🙂

    • 25. Mai 2012 20:40

      Wenns nach mir ginge, würden wir auch nicht immer um die gleiche Zeit essen. Da der Liebste aber für das Mittagessen immer nach Hause kommt und nur 1h Pause hat, sollte ich wenn möglich pünktlich sein… 😉

  2. 25. Mai 2012 16:12

    *grins*
    von einem ohr zum anderen 🙂

    • 25. Mai 2012 20:42

      So Stresssituationen aus der Distanz gelesen (und geschrieben) lassen mich schmunzeln, obwohl es zum gegebenen Zeitpunkt alles andere als lustig war. 😉

  3. Flavia permalink
    25. Mai 2012 21:24

    Woow da verstahni aber de chnüschti beschtens!:) es tuet mer leid das z lese, dasses eifach amigs sones es puff und en stress isch.. Du machsches super mit dine drü schnüggel chinde! Ich bin würkli ganz stolz uf mini liebi grossi schwöschter und fro dass du im nachhinein eso drüber chasch lache und schmunzle:)
    Knuddel

    • 30. Mai 2012 20:41

      Das isch wohl eifach normal und ghört däzu. Im Nochhinein isch äs eifach lustig und dämit ich das nöd vergesse, schribis uf. 😉 Danke fürs Lob, ich gib mis Beschte und mängisch isch das supermamimässig und mängisch halt au eher sGägeteil… 😉 knutschis

  4. 28. Mai 2012 22:30

    *lach* Wie herzerfrischend ehrlich! Und dass du dabei den Humor nicht verlierst, das finde ich einfach so toll an dir! Ich glaube, genau diese Art, dem alltäglichen Wahnsinn mit einem Lausbubengrinsen den Stachel zu nehmen, mag ich sehr an dir; wenn wir sonntags hinten in der Gemeinde zusammensitzen und unsere Woche durchtratschen sickert da auch immer sehr viel davon durch- und ich fühle mich jedes Mal total erfrischt danach!
    Aber zurück zum Thema: Also verstehen kann ich deinen Süssen ja auch nur zu gut… Aber dich genauso; was denkst du, wie es hier so zu und hergeht zwischenzeitlich 😉
    ALLES LIEBE!
    Bora

    • 30. Mai 2012 20:37

      🙂 Das ist ja auch das Beruhigende: Es geht allen irgendwie gleich 😉

Trackbacks

  1. Frei-Tag « raniso

Ich freue mich sehr über jeden Kommentar... :-)

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