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Was mir wichtig ist: Natur erleben

7. Mai 2012

Ich bin ein Stadtkind… oder besser ich war ein Stadtkind (siehe hier klick). Ich wuchs mitten in der Stadt auf, auf einem kleinen ruhigen Hügel mitten drin. Ringsherum verkehrsreiche Strassen und alles, was eine grössere Stadt so ausmacht.

Meine Eltern achteten aber darauf, dass wir jeweils an den Wochenenden ein wenig ins Grüne kamen, beispielsweise durch Spaziergänge in den Wald oder Fahrradtouren den nahen Fluss entlang.

Jeden Mittwochnachmittag besuchte ich die sogenannte „Tiergruppe“. Im Stall eines Gemeinschaftszentrums durfte ich Tiere wie Hühner, Hängebauchschweine, Esel und Ziegen pflegen und die Ställe ausmisten. Ein bis zweimal die Woche verbrachte ich ausserdem einige Stunden im Schülergarten, wo ich das Anlegen von Beeten, das Unkrautjäten und das Ernten lernte (am liebsten verbrachte ich da die Zeit bei den Johannis- und Stachelbeeren-Sträucher 😉 ).

Die Ferien verbrachten wir praktisch immer im Ferienhaus in den Bergen, bei den Verwandten auf dem Land. Die Erinnerungen an die Ferien dort oben gehören zu meinen Schönsten und Intensivsten. Als Familie bewanderten wir beinahe jeden Berg, jede Ecke, die es da zu erklimmen gab. Ich half im Sommer beim Heuen, trieb gemeinsam mit meinen Cousinen die Kühe ins Tal, fütterte die Hühner und Schweine, säugte die Kälber, ging auf Eiersuche im Hühnerstall und „schwamm“ in beissenden  Bergen von Heu in der Scheune. Am liebsten schlichen wir Kinder uns von den arbeitenden Erwachsenen davon und verbrachten die Zeit irgendwo in der Natur, an einem Bach, im Moor bei den Fröschen etc. (Ich merke gerade, wie gut das Schreiben hier tut, es öffnet immer mehr und mehr Erinnerungs-Türen *hach*…)

 

Nun, meine Kinder wachsen hier ein wenig ländlicher auf als ich damals. Verglichen zu den Kindern meiner Cousinen und Cousins sind sie aber auch eher Stadtkinder… Mir wird zur Zeit immer mehr bewusst, wie mich die Erlebnisse meiner Kindheit beeinflussen. Ich möchte meinen Kindern die Natur näherbringen, sie erleben lassen. Und ich habe gemerkt, dass es dafür vor allem Zeit braucht, Zeit, die wir in der Natur verbringen, draussen sind. Und einen genauen Blick hin zum Detail, Wertschätzung des Kleinen, etwas, was mir auch schon meine Eltern mit auf den Weg gegeben haben. Die Erlebnisse kommen dann wie von selbst und das ist schön…

 


Ja, die Nähe zur Natur ist mir wichtig und es ist schön, mit anzusehen, wie sich die Kleinen da verweilen können und mit wenig zufrieden sind.



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8 Kommentare leave one →
  1. 8. Mai 2012 20:50

    Oh ja, die Natur. Ich empfinde sie immer wieder als wirklich weisen Lehrer. Und Kinder sind darin kleine Entdecker, die mir so oft die Augen öffnen für Dinge, die ich seit meiner Kindheit (vermutlich) nicht mehr „so“ gesehen habe.
    Teiche (und überhaupt Wasser, glaube ich) faszinieren Kinder, nicht? Meine Große war heute mit dem Kindergarten bei einem Teich und dort haben sie Kaulquappen gefunden – den ganzen Tag lang hat sie davon erzählt 🙂

    Deine Bilder machen mir jetzt richtig Lust, auch mal zu diesem Teich zum Schauen zu gehen 🙂 – herrlich sommerlich warm wirkt bei euch auch alles, schön!!!

    Alles Liebe.
    maria

    • 11. Mai 2012 20:53

      Hoffe, du warst am Teich! Kaulquappen beobachten wir auch, leider hatte ich bis anhin dann nie die Kamera dabei… Ganz liebi grüäss, anja

  2. 8. Mai 2012 22:07

    schön klingt das! tja, wir sind hier leider extrem naturarm… aber sonst würde ich wahrscheinlich nicht ständig irgendwelches Getier filzen? liebe Grüsse!

  3. 9. Mai 2012 18:31

    ich liebe solche verwunschenen Stellen. Hab auch mit meinen Kindern dann kleine Boote aus Schilf geflochten und schwimmen gelassen, damit Marienkäfer das als Boot nehmen konnten – jedenfalls haben wir uns das vorgestellt, wer da alles mitfahren kann. Ich finde das sowieso das schönste Spielzeug – die eigene Fantasie

    • 11. Mai 2012 20:54

      Marienkäfer auf einem Boot, eine lustige Vorstellung! Die eigene Phantasie finde ich auch etwas vom Wertvollsten! Ganz liebi grüäss, anja

  4. 10. Mai 2012 09:46

    Ich kann nur nicken und mich dir sehr verbunden fühlen beim Lesen dieses Posts… Du weisst ja, mir geht es genauso und ich komme einfach nicht mehr los von meinem Bauernhaus-Traum…Andererseits; auch in der Stadt können Kinder glücklich sein, denn sie finden ihre Welt, ihr Stückchen Natur… Und Ausflüge, Ferien, so wie du sie erlebt hast (und ich auch, bei meiner Bauernoma), geben so viel Nähboden, nicht wahr? Ich bin sehr dankbar für die Schöpfung und ihre Kraft. Aber auch für die Möglichkeiten, die wir heute haben, wo wir nicht mehr alle unser Brot vom Feld abarbeiten müssen, sondern es dürfen, wenn wir wollen und uns nach dieser Bodenständigkeit sehnen (mir geht esauf jeden Fall so; es ist eine Sehnsucht nach Ursprünglichkeit). Manche Menschen hingegen lieben das Stadtleben, die Kunstszenen, die sich dort so herrlich ausbreiten (denk nur an die GZsin Züri mit ihren genialen Angeboten, gerade auch für Kinder… das ist wohl das Einzige, das ich hier „auf dem Land“ vermisse, wenn auch nicht schmerzlich…
    Trotzdem; auch für mich ist die Natur eine herzens-Sache, gerade mit meinen Kindern! Fühl dich gedrückt von mir!
    Bora

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