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In der Fremde

14. April 2012

Heute Morgen habe ich mich mit meiner Kleinsten im Gepäck, äh Tuch, in die nahe Stadt aufgemacht, um mich dort mit einer lieben Bekannten zu treffen. Ich bin in dieser Stadt aufgewachsen, in einer kleinen Oase mitten im Kuchen. Und es ist noch gar nicht lange her, da konnte ich mir nicht im Traum vorstellen, jemals von hier wegzuziehen. Ich war ein Stadtkind und würde es bleiben…

Tja, und da sass ich nun heute im Tram, betrachtete die blauen Sitzpolster und fühlte mich seltsam fremd. Ich lief durch mir gut bekannte Stadtquartiere, guckte in vertraute Schaufenster und fühlte mich nicht mehr heimisch. Wann war ich das letzte Mal Tram gefahren? Wann durch diese Quartiere flaniert? Ich wusste es nicht mehr. Und ehrlich gesagt, hatte ich es auch nie vermisst. Ich wohne jetzt mit meinen Lieben in einer Ortschaft, nicht allzu weit weg von der Stadt. Wenn ich wollte, wäre ich jederzeit schnell dort. Doch ich will nicht. Ich mag das Dorf, den Wald, den Weiher hier. Manchmal werden mir auch hier im Ort die noch ziemlich grossen Einkaufsläden zu viel. Ich vermisse kein Kino oder anderes kulturelles Angebot und bin froh über die so nahe Natur. Ich musste mir heute sogar eingestehen, dass ich von einem Häuschen noch weiter draussen auf dem Land träume. Ich, der Stadtmensch plötzlich ein Landei? Seltsam… und doch wahr.

Schon spannend, wie wir Menschen uns an ein anderes Leben gewöhnen, vor allem, wenn wir uns darin wohl fühlen… Und wie sehr sich Ansichten über die Jahre verändern können. Wer weiss, vielleicht zieht es mich in ein paar Jahren wieder mitten ins Zentrum? Ich glaube kaum.

P.S. Zu abgelegen wird es dann aber wohl nie sein. Dafür ist mir die Nähe zu meiner Familie, zu meinen Eltern und meinen Schwestern dann doch viel zu wichtig…

 

 

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6 Kommentare leave one →
  1. 15. April 2012 10:05

    Mir geht es ganz ähnlich, wenn ich in meine Heimatstadt zurückkomme. Vielleicht auch, weil sich mit den Jahren doch vieles verändert und man manches mit einem anderen Blick wahrnimmt. Trotzdem genieße ich es irgendwie, weil es ein Teil aus meinem Leben ist, dort gelebt zu haben und auch schöne Erinnerungen wach werden (weniger schöne auch, aber was soll’s…). Alles Liebe. maria

  2. Flavia permalink
    17. April 2012 15:42

    Hallo liebi Anja! Ich hoffe de tschiggi isch wider gsund..? Ich han müesse schmunzle woni din post glese han: grad vorere halb stund hani mit mine studiumskolleginne drüber gredt dass ich eigentlich nieneds anders als ise stadt wett lebe..:) aber ja, weni din bitrag lese muni sege villicht veränderet sich das ja mal..:)
    Bin jedefalls froh dass du na zimli ide nöchi bisch und ich so schnell bi dier bin wennis den mal schaffe:)
    Liebi knuddl

    • 19. April 2012 22:20

      Jo, wer weiss? Villicht veränderet sich das au bi dir?! Ich bin au froh, sind ihr no idä Nöchi. Und ich hoffe, das blibt so. Isch mr sooo wichtig!
      kussis, anja

  3. Angee permalink
    22. April 2012 19:00

    Ich bin ja sowieso defür das mer all ufs land zügled… Au de Stef und ich träumed echli vome alte huus womer chönd umbaue, en schöne garte…Eifach nid zwiit obe, wet ja schliesslich obschtboim ha.
    Busels

    • 23. April 2012 21:17

      Dänn muämer eifach würkli all zäme umzieh… Ich ha mir nämli müässe säge, dass mir Beziehige eidütig wichtiger sind, als ä schöni Umgebig… Kussis, schön bisch mi do go bsuäche 😀

Trackbacks

  1. Was mir wichtig ist: Natur erleben « raniso

Ich freue mich sehr über jeden Kommentar... :-)

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