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Von zwei die auszogen…

29. März 2012

ein „Znüni-Täschli“ zu besorgen…

Unser Grosser kommt diesen Sommer in den Kindergarten. Und weil er am Sonntag seinen vierten Geburtstag feiert, durfte er heute mit seiner Patentante in die grosse Stadt ausschwirren, um sich eine Kindergarten-Tasche auszusuchen.

Ich muss zugeben, dass mein Herz in die Hose rutschte, als anfangs Januar die Anmeldung für den Kindergarten im Briefkasten lag. Wie schnell war die Zeit doch vergangen! Als ich ihm davon erzählte, meinte er: „Mami, bin ich schon so gross? Ich will da nicht hin.“ Auch für mich ist es seltsam. Ich merke zwar schon, dass er langsam reif für sagen wir mal mehr Programm ist – er möchte ständig, dass etwas läuft, dass wir etwas unternehmen, dass jemand zu uns kommt, dass wir mit seinen Spielkameraden abmachen etc… Und als Lehrerin sollte ich ja sowieso wissen, dass der Kindergarten wichtig ist, nicht wahr?! Doch andererseits fürchte ich mich vor den negativen Einflüssen. Im Moment wächst er hier in einem geschützten Rahmen auf. Er bekommt hauptsächlich unsere Wertvorstellungen und Verhaltensweisen mit – das was mir, uns wichtig ist. Doch bald wird er einen grossen Teil des Tages ausserhalb der Familie verbringen, ausserhalb unseres Wirkungsbereichs. Und wenn ich den Kindergarten-Kindern zusehe und vor allem zuhöre – wir haben einen Kindergarten gleich nebenan – läuft es mir manchmal kalt den Rücken hinunter. Was da für Wörter verwendet werden. Oder wie gemein Kinder mit ihren Altersgenossen umgehen können. Und wie wichtig Kleidung und Kinderstatus-Symbole wie beispielsweise „Hello Kitty“ oder „Cars“ schon in diesem Alter sind… Und gleichzeitig muss ich über mich selber schmunzeln, weil ich mich mit meinen ängstlichen Gedanken anhöre wie die Glucke, die ich nie werden wollte…  Ich staune immer wieder, wie emotional ich doch werden kann, wenn es um meine eigenen Kinder geht, in Dingen, welche ich früher ganz objektiv und sachlich betrachten konnte.

Doch zum Glück blieben heute noch zwei Kinder übrig, um mich von allzu trüben Gedanken abzuhalten…

Und als mein Junge dann freudestrahlend zurück kam und mir stolz seine Tasche präsentierte, wuchs in mir die Sicherheit, dass es schon gut kommt.

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8 Kommentare leave one →
  1. 30. März 2012 09:00

    Mir ging es dca ganz ähnlich. Aber jetzt spüre ich ganz klar, wie wichtig diese kleine „ohne-Mama-Zeit“ für Kinder sein kann. Bei uns ist der Kindergarten nur am Vormittag, so zwischen halb 8 und halb 1 ungefähr. Das ist eine gute Zeit, nicht zu lang, nicht zu kurz für unsere Große. Sie hat gelernt sich zu wehren, kann sich ganz gut behaupten – und ja, sie bringt auch Wörter nach Hause, die ich hier nicht hören will. Da gibt es ganz einfach eine Regel, die besagt: „So nicht“ und die Kindergärtnerin sagte mir, dass Kinder, die zu Hause nicht so einen derben Wortschatz mitbekommen, ihn auch im Kindergarten wenig verwenden. Höchstens um sich zu wehren oder um irgendwo mithalten zu können. Ich hatte da am Anfang ganz große Sorgen deswegen, diese Rüpelhaftigkeit in so vielen Dingen – aber: ich kenne diese Wörter ja selber und ab und zu rutscht mir auch ein solches raus (speziell beim Autofahren… uiui…) – womit es für mich am schwierigsten umzugehen ist, sind die Gemeinheiten anderer Kinder. Meine Große ist dem relativ wenig ausgesetzt (ich hoffe, das bleibt so), aber die paar Mal, wo sie irgendwie verletzt wurde, war das tagelang ein großes Thema für sie. Und es ist schwer, das aufzulösen zu Hause. Hier wird nicht geschlagen, aber andere Kinder kennen das von zu Hause fast täglich. Aber es sind jene Kinder, mit denen sie später zu Schule und vielleicht auch in der Freizeit geht. Da ist es gut, wenn sie sie „kennt“. Und im Kindergarten ist noch viel „geschützt“ (so empfinde ich das), weil man als Eltern schnell eingreifen kann und auch noch sehr viel Zeit mit dem Kind hat zu Hause. Das wird immer schwieriger je älter sie werden (fürchte ich).
    So… lange Rede, kurzer Sinn: alles wird gut, du wirst sehen! Es gibt dort wunderbare Angebote, viel Neues zu entdecken – und dein Junge sieht ja sehr selbstbewusst aus, noch dazu mit so einer tollen Tasche 😉
    Ach ja, wegen Kleidung. Hier auch: Mädels speziell. Es gab eine Phase (ganz am Anfang im Kindergarten), da wollte sie auch viel mit Kittykatze und Prinzessinnen etc haben – sie hat es bekommen, ab und an (ich will da nämlich nicht so eine harte Linie fahren wie damals meine Mutter, die mich in Ökoklamotten steckte, um es mal drastisch auszudrücken) – und jetzt? Sie zieht alles an, am liebsten Kleider oder Röcke. Sie sucht sich nicht Kitty aus, wenn wir im Geschäft sind, sondern sucht nach ihrer Lieblingsfarbe oder einem Pferd – ich glaub, vieles in kleidungstechnischer Hinsicht ist einfach eine Phase. Und wenn man sich nicht ganz quer stellt, geht sie vielleicht auch schneller vorüber (so die Theorie, wie weit die Praxis dann weitergeht, kann ich dann ja weitertesten… mit bislang drei Mädels hab ich ja tolles ÜBungsfeld 😉 ).
    Alles Liebe. So ein langer Kommentar. Aber es ist schwer, da alles in zwei Sätze zu fassen 😉
    maria

    • 30. März 2012 21:01

      Wow, danke für deinen ausführlichen Kommentar! Das zu hören tut mir gut. Weisst du, ich habe als Lehrerin die Eltern nie ganz verstanden, mit ihren Sorgen und Ängsten vor der Schule. Und jetzt geht es mir selbst so… Bei uns dauert der Kindergarten morgens von 8.15 bis 11.50. Und nur einen Nachmittag in der Woche, also auch nicht zu lange. Am meisten Schiss habe ich auch davor, dass mein Junge gemein behandelt wird. Ich kenne einige zukünftige Mitkindergärtner schon und sehe jetzt schon, wie sie sich gegen andere oder auch meinen Sohn verbünden und schon richtig mobben. Aber ich weiss auch, dass die Kindergärtnerin da sehr sensibilisiert ist und so ein Verhalten nicht duldet.
      Diese Kleidungsphase hat mein Junge jetzt schon. Er ist fast komplett eingekleidet in Cars-Sachen, was ich nicht wirklich mag, aber akzeptieren kann. Gekauft habe ich die Sachen aber nicht, da hat er die Grossmutter um den Finger gewickelt 😉 Ganz liebi grüäss, anja

  2. Sybille permalink
    31. März 2012 17:53

    Ich denke es hängt auch vom Kindergarten selbst ab. Wir hatten großes Glück mit dem Kindergarten in unserem Dorf. Er ist klein, übersichtlich und vor allem arbeiteten die Erzieherinnen sehr in Richtung Freinet und Montessori, was super war, weil es sich mit unserem „Stil“ zuhause deckte. Auch waren die Eltern, sofern sie es wollten, sehr in den Kindergarten eingebunden. Ich selbst habe bei mehreren Projekten mitgearbeitet und viel Freude daran gehabt. Ich glaube ich war fast trauriger als meine Kinder, als das Kapitel Kindergarten zu Ende war.
    Klar gab es dann auch Zeiten, wo meine Kinder lieber zuhause bleiben wollten, zum „alleine und in Ruhe spielen“. Das konnten sie dann auch tun, war für beide Seiten okay. Mir war es immer wichtig, dass meine Kinder gerne und „freiwillig“ den Kindergarten besuchten und auch selbst bestimmen konnten, ob sie nur bis Mittag oder bis 15 Uhr dort bleiben wollten. Da ich ja nicht berufstätig war, ging das ja. In anderen Fällen ist das nicht möglich und ehrlich gesagt hat es mir schon immer das Herz zerrissen, wenn ich andere Kinder sah (vor allem sehr kleine), die sich schreiend an die Mutter klammerten und sie nicht weggehen lassen wollten. Bei uns können die Kinder bereits mit Zweieinhalb in den Kindergarten und ich finde das schon eher „zu früh“. John ging mit viereinhalb, Sandro mit dreieinhalb (da er den Kindergarten schon durch den älteren Bruder kannte, war er ganz wild darauf! :))
    Das Kleidungsproblem hat uns persönlich nicht betroffen, die Jungs legten und legen beide keinen Wert auf bestimmte Marken sondern haben da seit jeher ihre ganz eigenen Vorstellungen. Das sieht heute so aus, dass ich schon mal mit dem 16jährigen streiten muss, damit er sich mindestens für das Vorstellungsgespräch fürs Praktikum vom Schlabberlook trennt. ;))
    Also ganz entspannt bleiben und die Dinge auf sich zukommen lassen. Wenn dann irgendwelche Probleme entstehen, wird man schon die passende Lösung finden. Alles Gute und weiterhin viel Vor-Freude!

  3. 1. April 2012 08:31

    Hmmm… ganz so lange wird mein Comment jetzt wohl nicht;-) Aber ich habe bei euch auch überhaupt keine Bedenken wegen dem Kindergarten (obwohl ich deine Gefühle ja nur zu gut verstehen kann wie du weisst…). Ich erlebe deine Kinder und dich als ganz stark bodenständig und gut und gesund verwurzelt in der Gesellschaft, in der sie aufwachsen- und das ist ja eine eher grosse Gesellschaft, mit vielen Tanten und Halb-Onkels (naja, angeheiratet) und Gspäänli aus der Gemeinde und auf dem Spielplatz etc. Ich denke, sie haben schon früh den Umgang auch mit fremderen Menschen wie… „trainiert“ und sind so ziemlich gut vorbereitet auf das, was kommt. Aber andererseits; Mich schockt es auch noch immer, was da alles abgeht auf dem Pausenplatz, um ehrlich zu sein.Wir haben hier eine wirklich traumhafte, wundervolle Schule mit ganz besonderen, engagierten, liebenswerten Lehrern- aber die Szenen, die die Kinder selber sich liefern bisweilen, lassen einem echt die Haare zu Berge stehen. Du kennst meine Meinung zur Schul-Pflicht und weisst, wie empfindlich ich darauf reagiere, dass wir als Eltern plötzlich unter Zwang stehen und unser Kind in jedem auch unmöglichsten Fall in diese Situation schicken müssen, egal ob wir es für gut befinden oder für absolut schädlich… aber ehrlich; Der Kindergarten, das ist sogar für mich noch ein geschützter Rahmen irgendwie. Mein Junge geht zwar nicht gerne hin und wäre sehr fürs Homeschooling zu haben (also Kind1 (noch) nicht, by the way!), aber ich sehe auch, wie er gereift ist in seiner ersten Kindsgizeit jetzt und wie viel Freude er doch auch immer wieder nach Hause bringt…und das zu sehen macht einem doch auch stolz irgendwie… Ich glaube, schlussendlich wollen wir Mütter doch alles nur dasEine: Sehen, dass unsere Kinder es schaffen. Dass sie glücklich und sicher in eine Gesellschaft hineinwachsen können und dort ihr Plätzchen finden, an dem sie geliebt und zufrieden sein dürfen. Ein wenig so fühlt es sich bisweilen an, wenn dsa Kind freudestrahlend mit einer neuen Geschichte nach Hause zurückkehrt…

Trackbacks

  1. Von gross zu mittel… | raniso

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